Es war kurz vor Weihnachten als Blizzard mich mit einem Alpha-Zugang für Heroes oft the Storm belohnt hat. Wahrscheinlich weil ich neben League of Legends viel zu viele Stunden in Hearthstone verbringe, aber das ist ein anderes Thema.

Auf jeden Fall war ich wirklich gespannt, wie sich das neue MOBA präsentiert und vor allem, wie der Vergleich mit League ausfällt. Unterdessen berichten bereits viele renommierte Game-Portale, dass Heroes das Potenzial habe, die Branchen-Konkurrenten in den Schatten zu stellen. Ich teile diese Meinung nur teilweise bis gar nicht. Aber alles der Reihe nach. Schliesslich hat der Grossteil von euch ja noch keine Erfahrungen mit Heroes gemacht.

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Die Basics sind bei Heroes of the Storm genau gleich wie bei League of Legends. Ihr spielt in einem Team von fünf Helden und habt das Ziel, den gegnerischen „Nexus“ zu zerstören. Dabei setzt ihr auf vier Fähigkeiten, die euch dahin führen. Und damit hat man auch schon fast alle Gemeinsamkeiten abgehandelt.

Anders wie bei League of Legends gibt es bei Blizzards MOBA keine Items und ihr könnt auch kein Gold durch Kills oder das Töten von Vasallen verdienen. Ausserdem levelt ihr nicht nur euren eigenen Champion hoch, sondern immer die ganze Gruppe. Eure Fähigkeiten könnt ihr während dem Spielverlauf individuell „skillen“. So könnt ihr beispielsweise aus einem Schuss einen Mehrfachschuss machen, der mehrere Ziele trifft.

Diese Unterschiede führen dazu, dass das ganze Spiel sich viel mehr an den Objectives orientiert als League of Legends. Zwar kann es bei LoL auch ein grosser Vorteil sein, wenn man den Drachen tötet oder den Baronbuff hat. Dennoch kann das gegnerische Team immer noch ins Spiel zurückfinden. Bei Heroes of the Storm ist dies um einiges schwieriger. Wenn man zwei bis drei Mal den Kampf um eines der Objectives verloren hat, ist das Spiel praktisch schon verloren. Auch wenn alle Kritiker immer wieder betonen, dass Heroes of the Storm nicht so hart „snowballed“ wie League of Legends.

Was lässt sich als Fazit nun festhalten? Heroes of the Storm ist im Ansatz sicherlich keine schlechte Idee. Sie haben auch einige gute Neuerungen implementiert, die der Konkurrenz vielleicht auch gut tun würden. Ich denke da etwa an die Heilbrunnen, die als strategisches Mittel ganz interessant sind. Ein anderer ganz grosser Pluspunkt ist die Community, welche ich zumindest bis anhin im Spiel als sehr ruhig und gelassen empfunden habe. Das sind wirklich Welten zwischen Heroes of the Storm und League. Aber das Spiel ist ja auch noch in der Beta-Phase.

Nichtsdestotrotz bin ich momentan wieder bei League angekommen. Und das nicht nur aufgrund des Starts von Season 5. Ich mag es einfach, wenn man auch als einzelner Spieler mehr Einfluss aufs Spiel nehmen kann, wenn man gut spielt. Das ist bei Heroes wirklich schwierig. Ich liebe an LoL die Laningphasen, genauso wie das Jungling, die Summoner Spells, die Items, die Wards und alles was League ausmacht. Da nehme ich auch gerne mal toxische Spieler in Kauf.

Und aus diesen Gründen bin ich der Ansicht, dass viele andere League-Spieler und wohl auch Dota-Zocker Heroes mal eine Chance geben. Tendenziell aber eher wieder zurückkehren, weshalb Heroes eher für Moba-Neulinge geeignet ist und wohl auch aus E-Sport-Sicht einen schweren Stand hat. Aber das wird wohl eine Frage des Geldes sein und man darf gespannt bleiben, wieviel Blizzard für dieses Unterfangen in die Hände nehmen wird.

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