Was ist Jungling?

Dem Jungler kommt in League of Legends eine besondere Rolle zu. Im Gegensatz zu seinen Mitspielern sammelt er seine Erfahrung und sein Gold nicht mit dem Töten der Vasallen auf den Lanes, sondern mit neutralen Monstern im Jungle. Insgesamt gibt es dabei auf jeder Seite sechs Camps, von denen es in zwei Camps ausserdem einen Buff zu holen gibt. Doch dazu später mehr. Neben dem Töten der Jungle-Monster ist die Aufgabe des Junglers aber auch, Druck auf den Lanes auszuüben und seine Kollegen dabei zu unterstützen, die gegnerischen Champions zu töten.

Warum überhaupt Jungling?

Es gibt eigentlich zwei gute Gründe, warum man mit einem Jungler spielen sollte. Erstens bekommen die anderen Mitspieler dadurch mehr Erfahrung und müssen das verdiente Gold nicht teilen und zum anderen hat man immer eine „versteckte Waffe“, die jederzeit aus dem nichts zuschlagen kann. Das zwingt die Gegner, nicht zu aggressiv vorzugehen, da sie es sonst schnell bereuen könnten.

Welche Champions können junglen?

Grundsätzlich kann man fast mit jedem Champion in den Jungle, obwohl sich einige wesentlich besser dafür eignen, weil sie vor allem in den frühen Phasen des Spiels wegen ihrer Fähigkeiten mehr aushalten oder die Camps schneller töten können. Ausserdem besitzen einige Champions sogenannte großartige „Gap-Closer“, die es ihnen möglich machen, schneller an gegnerische Champions ranzukommen und Ganks damit effektiver sind. Anfänger, die noch nicht viele Champions freigeschaltet haben, empfehlen wir etwa Warwick, Master Yi, Ammumu oder Udyr, um die ersten Gehversuche im Jungle zu machen. Eine Übersicht über die aktuell stärksten Jungler gibt es in diesem Google-Docsheet.

Welche Items brauch ich um zu junglen?

Seit Season 4 beginnt eigentlich jeder Jungler mit denselben Startgegenständen: die Machete des Jägers und mittlerweile noch vier Heiltränke. Dadurch könnt ihr am Anfang, die Camps wesentlich schneller säubern. Danach empfiehlt sich der Kauf eines Jungler-Items. Das ist entweder die Seele des Echsenältesten oder die Seele des uralten Golems, welche euch wichtige Grundattribute gewähren und ausserdem eure Goldeinnahmen aus neutralen Monstern nochmal erhöhen.

Was machen die Buffs?

Der rote und blaue Buff können besonders in der frühen Phase des Spiels schon wegeweisenden Charakter haben. Deshalb versucht das gegnerische Team auch immer gerne, den Buff nach Möglichkeit zu klauen. Seid euch deshalb immer bewusst, wann eure Buffs wieder verfügbar sind. Der Reset beträgt fünf Minuten. Nun zu den Vorteilen des Buffs: Der blaue Buff verleiht eurem Champion eine höhere Manaregenartionsrate und verkürzt die Abklingzeiten eurer Fähigkeiten, während der rote die gegnerischen Champions bei einer Autoattacke kurzzeitig verlangsamt und kleinen Schaden über Zeit macht. Ausserdem erhöht der rote Buff euren Schaden. Nutzt die Vorteile dieser Verstärkungen zu eurem Vorteil. Wenn ihr schon etwas geübter im Jungle seid, könnt ihr auch versuchen, den gegnerischen Buff zu klauen.

Mit welcher Route starte ich am besten?

Die meisten Jungler starten beim blauen oder roten Buff und bekommen dafür oft Unterstützung von ihren Teamkameraden. Als Jungler solltet ihr immer den Beschwörerzauber „Zerschmettern“ mitnehmen, weil ihr mit diesem neutralen Monstern auf einen Schlag 390-1000 Schaden zufügt, abhängig von eurer Stufe. Da ihr diesen beim ersten Camp einsetzt, dauert es anschließend eine Minute, bis „Zerschmettern“ wieder verfügbar ist. Deshalb macht ihr danach die Wölfe oder die Geister und begebt euch dann in den meisten Fällen zum zweiten Buff, wenn „Zerschmettern“ wieder einsetzbar ist. Damit wäre die erste Route abgeschlossen und ihr könnt euch entscheiden, weitere Camps zu töten oder eine Lane zu ganken.

Wann und wo gehe ich ganken?

Am Anfang ist es ziemlich schwierig abzuschätzen, wann sich ein Gank wo lohnt, da dies auch von vielen Faktoren abhängig ist. Oft ergeben sich gute Möglichkeiten für einen Gank, wenn eine Lane von eurem Gegner stark gepusht ist, da sein Weg zum eigenen Tower dann weiter ist. Wenn der Gegner aber noch über volles Leben verfügt und noch flashen kann, werdet ihr es auch dann schwierig haben, einen Kill zu landen. Behaltet deshalb auch immer die Minimap im Auge, um zu sehen, wo ein erfolgreicher Gank möglich wäre.

Im idealen Fall geben euch die Teammitglieder Bescheid, wenn ein Busch gewardet ist. Das erschwert eure Aufgabe nämlich noch zusätzlich, da sich der Gegner rechtzeitig in Sicherheit bringen kann.

Dennoch kann es sinnvoll sein und es wird auch von euch erwartet zwischendurch einen Gank zu lancieren, der nicht unbedingt in einem Kill enden muss. Es kann für eure Laner schon sehr hilfreich sein, wenn der Gegner nur noch wenig Leben hat und euer Kollege dadurch einfacher farmen kann. Zudem könnt ihr den Gegner vielleicht dazu bringen, einen Beschwörerzauber zu verwenden, was euren Gank ebenfalls schon erfolgreich macht.

Was ist Counter-Jungling?

Unter Counter-Jungling versteht man das Plündern des gegnerischen Jungles. Das kann jedes beliebige Camp sein, das ihr tötet und damit dem gegnerischen Jungler die Erfahrung und das Gold dieses Camps verwehrt. Achtet darauf, dass ihr beim Counterjunglen immer ein Monster stehen lässt. Dadurch wird der Resettimer nämlich nicht zurückgesetzt, weshalb dem Gegner vorerst nur der eine Vasall bleibt, den er töten kann.

Das Counter-Jungling ist die Königsdisziplin des Junglings und ihr solltet damit vor allem zu Beginn eurer Jungle-Karriere vorsichtig umgehen. Verzichtet besser darauf, wenn ihr dem gegnerischen Jungler unterlegen seid und platziert wenn möglich Wards im gegnerischen Jungle, damit ihr eine bessere Übersicht habt. Außerdem sollten eure Kollegen Bescheid wissen, wenn ihr einen Invade plant, damit sie euch schnell zu Hilfe eilen können. Pingt deshalb, wenn ihr beispielsweise vorhabt, einen gegnerischen Buff zu klauen. Seid euch darüber hinaus bewusst, dass einige Champions auch bei euch gerne vorbei schauen und schwierig zu töten sind, weil sie über hervorragende Fluchtmöglichkeiten verfügen oder stark im Duell sind.

Zu Kapitel 8: Warden, warden, warden