Sobald ihr euch für ein Spiel von League of Legends angemeldet habt, kommt ihr zunächst einmal auf die Seite mit der Champion-Auswahl. In den meisten Fällen werden eure Mitspieler ziemlich schnell in den Chat schreiben, auf welcher Lane sie spielen wollen. Grundsätzlich spielt dabei ein Spieler auf der Toplane, einer in der Mitte, einer im Jungle und zwei Spieler auf der Botlane. Jeder Spieler nimmt dabei eine spezielle Rolle ein, die vor allem im späteren Spielverlauf entscheidend sein kann, ob man bei den Teamkämpfen als Sieger oder Verlierer hervorgeht. Nachfolgend werden wir euch die verschiedenen Rollen näher vorstellen und auflisten, welche Champions wofür am ehesten in Frage kommen.

Der Tank

Auf der Toplane stehen sich oft Tanks der gegenüber. Es gibt aber auch Ausnahmen, beispielsweise, wenn der Jungler und der Supporter schon sehr tanky sind. Aber dazu später mehr. Tanks investieren ihr Gold im Verlauf des Spiels vor allem in Items, welche ihr Leben, ihre Rüstung und Magieresistenz erhöhen. Sie sind die Panzer der Teams, die im Normalfall den Kampf eröffnen (engagen) und dafür auch oft spezielle Fähigkeiten haben. Sie halten unglaublich viel aus, machen dafür kaum Schaden. Aus diesem Grund solltet ihr auf keinen Fall die Tanks bei einem Teamkampf fokussieren, sondern so gut es irgendwie möglich ist zuerst die Schadensausteiler töten.

Als Tank solltet ihr das Last-Hitting gut beherrschen, da das Töten von Vasallen eure primäre Einnahmequelle ist. Wenn ihr euren Champion gut beherrscht, einen Goldvorteil habt und die richtigen Items kauft, könnt ihr euren Gegenspieler auch einfacher im Duell besiegen und dadurch euren Vorsprung weiter ausbauen (Snowballing). Doch Vorsicht: Der gegnerische Jungler und Midlaner werden schnell zur Stelle sein, wenn auf der Toplane die Post abgeht.

Der AP-Carry:

Umso länger ein Spiel bei League of Legends geht, desto wichtiger wird der AP-Carry. Er verursacht bei Teamfights den meisten Schaden und verfügt oft über gute Kontrolleffekte, was euch im Endgame einen entscheidenden Vorteil bringen kann. Dabei setzt der AP-Carry in erster Linie auf Magieschaden und Fähigkeitsstärke, welche seine Angriffe im Verlauf des Spiels immer mächtiger machen.

Der AP-Carry wird zu Beginn auf der Midlane gespielt, was es für League of Legends Anfänger zusätzlich schwierig macht. Denn dort können euch die gegnerischen Spieler gleich von oben und unten ins Visier nehmen. Aus diesem Grund ist es sinnvoll während den ersten Levels die Lane nicht zu stark zu pushen, da ihr sonst noch verwundbarer seid als ohnehin schon.

Die Rolle des AP-Carry ist wirklich eine der schwierigeren Aufgaben in LoL. Auch weil ihr mit euren Fähigkeiten oft sehr schnell sein müsst und auch noch die richtigen Ziele fokussieren sollt. Steht ihr noch ganz am Anfang empfiehlt es sich, zuerst eine andere Rolle auszuprobieren.

Der AD-Carry:

Der AD-Carry ist ein Fernkämpfer oder auch Schütze, der auf der Botlane gespielt wird. Genau wie der AP-Carry ist seine primäre Aufgabe Schaden auszuteilen. Im Gegensatz zum AP-Carry macht er dies aber in erster Linie mit seinen automatischen Angriffen, indem er sich das entsprechende Equip kauft. So kann er vor allem einzelnen Zielen stark zusetzen.

Zu Beginn des Spiels gilt für den AD-Carry nur eines: farmen, farmen, farmen. Tötet so viele Vasallen mit Last Hits wie möglich, wodurch ihr einen entscheidenden Goldvorteil rausholen könnt. Mehr über erfolgreiches Last Hitting erfahrt ihr im fünften Kapitel dieses Anfänger-Guides „Last Hitting“.

Daneben sollte der AD-Carry gut mit seinem Supporter kommunizieren, der ebenfalls auf der Botlane spielt und eine wichtige Rolle einnimmt, wenn es darum geht, den AD-Carry zu beschützen oder eventuell einen Kill abzustauben.

Als AD-Carry müsst ihr euch bewusst sein, dass ihr meist das erste Ziel des gegnerischen Teams seid. Alle wollen euren Tod. Aus diesem Grund ist es enorm wichtig, ein gutes Stellungsspiel zu haben. Bleibt hinter eurer Gruppe zurück, um keine einfache Zielscheibe abzugeben. Wenn die gegnerischen Schadenausteiler nicht in Reichweite sind, feuert euren Schaden halt auf den Tank oder auf Nahkämpfer, die sogenannten Bruiser ab. Um das Last Hitting und ein gutes Stellungsspiel zu üben, ist die Rolle des AD-Carry für Anfänger nicht schlecht. Denkt einfach daran: Ein toter AD-Carry bedeutet meist auch den Tod für das ganze Team.

Der Supporter:

Wie es der Name schon sagt, besteht die Hauptaufgabe des Supporters darin, seine Gruppe zu unterstützen. Sei es durch Heilzauber, Stuns, unterstützende Items oder indem er die Karte mit Wards ausleuchtet.

Im Gegensatz zu allen anderen Rollen tötet er keine Vasallen, sondern überlässt das dem AD-Carry, damit dieser schneller an Gold kommt. Für den Supporter ist es nicht notwendig, dass er schnell an gewisse Items kommt, weshalb er das Last Hitten nur dann übernimmt, wenn gerade kein Mitspieler auf der Lane ist oder wenn ein Turm unter Beschuss ist. Oft geht der Supporter aber ebenfalls zurück in die Base, wenn sein Partner zurückgeht.

In den meisten Fällen statten sich die Supporter im späteren Verlauf des Spiels eher mit Gegenständen aus, welche viel Rüstung und Magieresistenz haben, damit sie länger überleben. In erster Linie gilt ihr Interesse aber Items, die bei Aktivierung beispielsweise die Rüstung oder das Lauftempo aller nahen Gruppenmitglieder erhöht.

Die Rolle des Supporters ist für Anfänger wahrscheinlich am einfachsten, weil man mit ihm nicht farmabhängig ist. Dennoch kommt er bei Spielen auf sehr niedrigen Levels kaum zur Beachtung, weil die ganze Gruppe oft nocht nicht so funktioniert, wie es eigentlich sollte und viele Spieler ziemlich egoistisch unterwegs ist. Wenn ihr dennoch Lust habt, eure Gruppe auf jede erdenkliche Art zu unterstützen, ist der Supporter die richtige Wahl für euch.

Der Jungler:

Dem Jungler kommt bei League of Legends eine besondere Bedeutung zu. Im Gegensatz zu den anderen Champions spielt er nicht auf einer Lane, sondern sammelt seine Erfahrungpunkte und sein Gold primär im Jungle. Insgesamt gibt es in jedem der beiden Jungle sechs Camps mit Monstern, die man töten kann. Bei zwei Camps gibt es ausserdem einen zusätzlichen Buff (rot und blau), die einem diverse Vorteile bieten.

Gelegentlich kommt es bei einer Teamzusammenstellung auch vor, dass niemand jungeln geht. Stattdessen spielen zwei Champions auf der Toplane. Das ist vor allem ganz am Anfang noch der Fall, wenn euch die nötigen Runen und Meisterschaften noch fehlen und die Jungle-Monster euch deshalb zu stark zusetzen. Ohne Jungler zu spielen, empfiehlt sich jedoch nicht, weil die beiden Champions sich dann sowohl die Erfahrungspunkte wie auch das Gold teilen müssen. Sie können in der Anfangsphase zwar viel Druck auf den gegnerischen Toplaner ausüben und diesen zwingen bei seinem Turm zu bleiben. Wenn dieser Gegner aber gut verteidigt und auch unter dem Turm die Vasallen lasthitten kann, wird sich aufgrund der genannten Punkte schnell ein Nachteil einstellen.

Nebst dem Abgrasen der Camps wird vom Jungler aber auch erwartet, dass er regelmässig auf den Lanes für einen Gank vorbeischaut. Mit dem personellen Vorteil soll dann im besten Fall der gegnerische Champion getötet werden. Es kann aber auch schon ein Erfolg sein, wenn er einen Beschwörerzauber wie Flash verbraucht oder sein Leben so tief ist, dass er in die Basis zurückkehren muss, weil er sonst womöglich noch stirbt.

Je nachdem wie gut es dem Jungler zu Beginn läuft, kann er seinen Champion mit offensiveren oder defensiveren Items ausstatten, um für noch mehr Gefahr bei seinen Ganks zu sorgen oder anders herum, seine Kollegen beim Verteidigen zu unterstützen. In den meisten Fällen nehmen die Jungler im späteren Spielverlauf die Rolle eines Off-Tanks ein, der wie der Tank viel aushält aber doch etwas mehr Schaden macht. In manchen Fällen gehen die Jungler auch komplett auf Schaden und nehmen dann die Rolle des sogenannten Assassinen ein.

Das das Thema Jungling sehr komplex ist und es noch zahlreiche andere Dinge gibt, die man beachten sollte, folgt im achten Kapitel dieses Anfängerguides eine ausführlichere Anleitung zum Vorgehen im Jungle.

Zu Kapitel 2: Die Runen